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Gestern: Statt Franz Ferdinand fuer 25? Pommes fuer ?1,50. Grosze Portion, Salz & Essig. Auszerdem Regen.
Heute: Einkaufen im Tesco, Zeitung lesen im Wintergarten und Umfragen beantworten auf der Strasze. Erster Besuch im Oxfam-Music-Store [Praktikumsstelle]. Nette Leute, netter Laden, okaye Platten, ein paar Perlen. Simpsons auf Englisch.
Morgen: Bevor das Festival endgueltig endet, ein paar Ausstellungen mitnehmen.
Das Schoene: Viel Zeit zum Sehen haben ohne schon alles gesehen zu haben.


1.9.05 19:55


Heute: Einige interessante Ausstellungen.
http://www.low-fi.org.uk im Internet eigentlich besser als in der Galerie.
In der Fruitmarket Gallery ein chinesischer Kuenstler mit einem hohen Verbrauch an Schwarzpulver zum Beispiel um damit schottische Geistergeschichten auf Seidenpapier malen oder einen riesigen schwarzen Regenbogen ueber Edinburgh zu werfen [http://www.caiguoqiang.com/].
In der Uni eine Ausstellung von Paula Rego; sehr "ausdrucksstarke" Bilder, allerdings fehlt fuer mich haeufig der Link zum Dargestellten.
Morgen: get in touch with edinburgh's nightlife!






Seltsam ist der schottische Nationalstolz, vor allem mit welchem Masz an allumfassenden Kitsch er nach Auszen getragen wird. Das wird wohl auch daran liegen, dass die Touristen das so einfordern, um gezeigt zu bekommen, dass sie nicht zu Hause sind. Abseits von all dem Tartan und Dudelsack-Spektakel tritt dieses Nationalgefuehl allerdings auch im alltaeglichen schottischen Leben zu Tage. Dies haengt wohl damit zusammen, dass die Nation hier eine andere Bedeutung hat, als auf dem europaeischen Festland: das aufsaessige Bergvolk der Schotten wehrt sich gegen die Tyrannei der Englaender.
Ich sehe die schottische Fahne staendig; allerdings nicht offiziell an Fahnenmasten wehen, sondern vielmehr ganz subversiv in eine Menge Livestyle-Artikel eingearbeitet [Dabei faellt jedoch auf, dass meistens die britisch-anerkannte Fahne verwendet wird und nicht die "verbotene" schottische Koenigsflagge; http://de.wikipedia.org/wiki/Flagge_von_Schottland ].



Aber auch dieses pseudo-freiheitliche Unabhaengigkeits-Gewaesch macht die Sache nicht viel besser und ich wuensche mir mehr Schotten die es sehen wie die Jungs in Trainspotting und drauf scheiszen.
Andererseits gibt es mit einigen schottischen Essgewohnheiten allerdings tatsaechlich einen Grund stolz darauf zu sein. Vieles scheint hier der Regel zu folgen, dass alles mit Kaese oder durch Frittieren besser wird. Das Beste daran ist aber, dass somit auch alles wo schon Kaese drauf ist durch Frittieren aufgewertet wird und umgekehrt; so kommt es zu so tollen Snacks wie mit Kaese ueberbackenen Chips, Pommes mit Kaese oder frittierter Pizza.
Mag sein, dass ich als "deutsch" Sozialisierter mir so ein vorschnelles Urteil nicht erlauben kann; so sei allen als "schottisch" sozialisierten Menschen gedankt, die den 2.Weltkrieg mit Erfindungen und Spionage-Masznahmen in die richtige Richtung getrieben haben. Darueber gibt es hier naemlich gerade ne Ausstellung.
Schoene Gruesze nach Deutschland, froh nicht dort zu sein.





3.9.05 00:50


Gestern: Lokal-Band-Konzert, glaub ich, daher nur der Freundeskreis der Bands da Okayer Laden, komische Leute. Alleine, also konzentrier ich mich aufs Trinken, was auch ziemlich gut klappt.
Konzerte fangen hier irgendwie deutlich frueher an. Um viertel nach acht startet die erste Band: HUMAN BEINGS, WOW. Ueberraschend guter, noisiger Indierock; wahrscheinlich Fans von McLusky und Therapy?.
Danach kamen WALL STREET AMMUNITION HERO [check: http://wsah.jetcow.com/] die als einzige Band nur 2 Freunde mitgebracht hat. Gitarre + Bass + Drum-Computer, in Socken durchs Publikum rennen, irgendwelchen Deppen ins Ohr anstatt ins Mikrofon schreien, something like FuckOffNoisePunkArtTrash und das ganze in wow! Obwohl ich vor lauter Bier kein Englisch mehr kann, muss ich bevor ich gehe noch meine Gluckwuensche aussprechen.
Danach die Band war scheisze also ab in nen Hippie-Laden neben der Uni ne Hippie-Cola aus der Dose zischen, wo ich das angekuendigte Konzert nicht finden kann, sondern nur ein Typ im Pali-Tuch alten Rocknroll und akoustische Musik abwechselnd auflegt. Also ab nach Hause, durch Straszen wo die Party erst loszugehen scheint, und dann mehr als gut angesoffen im Bett lande. Heute dann Kopfschmerzen.
4.9.05 17:42


nightlife - art&culture +

Nachdem ich gestern vom Calton Hill aus unter einem Flutlicht-Scheinwerfer das famose Feuerwerk, synchronisiert zu Beethovens Siebter, zum Abschluss des Festivals gesehen hab, wollte ich danach mal ne hotte Disko auschecken. Wo es den letzten Jahres von mir besuchten und fuer brillant befundenen Fast Punk Club wohl nicht mehr gibt, scheint mir die Scottish Hobo Society, die in der selben location, dem Bongo Club, residiert die bisher einzig akzeptable Alternative zu sein. Niedriger Eintritt, schicke Plakate und angeblich jedesmal mit Liveacts, soll das Teil eigentlich jeden Sonntag steigen, dann aber doch nicht und ich stand gestern vor verschlossenen Tueren. Erst in zwei Wochen wieder. Also Rueckweg, Pommes und festellen: Problem. Das Nightlife in Edinburgh koennte besser sein, zu mindest wenn man so einen exklusiven Geschmack hat wie ich, und nicht auf jede hippe funknewjazzd'n'bundhardhouse-Party gehen will, die sich hier anbietet. Alleine im Pub zu sitzen is auch nicht das spannendste was es gibt. Dann gibts noch die Flut an Lokal-Band-Konzerten, die alle so frueh anfangen, dass man auch danach noch bequem nen Fernsehabend starten kann. Sowas wien richtigen Punker-Bunker oder besetztes Haus scheint es hier nicht zu geben. Es gibt zwar ein paar Laeden mit DIY-Struktur, aber das sind eher so Cafes, wie zum Beispiel das Forest.
Deswegen steht heute Kino bei mir auf der To-Do-[And- See-]Liste. Oder vielmehr ein regelmaeszig stattfindendes Kurzfilm-Event, veranstaltet von der edinburgh mediabase [http://www.edinburghmediabase.com/], die nicht nur solche Abende machen, sondern auch unter der Fahne der Talentfoerderung nen Haufen Kurse und technisches Geraet abieten. In soner Kunstecke geht hier eh ne Menge, nicht nur viele Austellungen und "Events", viele davon billig oder umsonst, sondern auch ne Menge an angebotenen Kursen und sowas, um die Leute zu involvieren. Sowas kenn ich in dem Masze nicht, und finde es ziemlich positiv.
5.9.05 15:54


diy und so, wens interessiert

Montag war ich bei "Blue Room" im Cameo Cinema, wo einige Kurzfilme von Regie-Newcomern oder -Debuetanten gezeigt wurden. Nebeneher wurde auch ueber einige Kurse und Foerderprogramme informiert, die angeblich jedem mit ner okayen Idee den Weg zu einem kleinen Budget, Ausruestung & v.a. technischem Koennen ebnen sollten, um nen eigenen Kurzfilm zu drehen. Gerade in Glasgow muss da wohl eine Menge gehn. Dies ist wahrscheinlich auch deshalb moeglich, weil der Filmsektor ja durch die digitale Technik unheimlich stark verbilligt wurde. Ein hottes neues Ding sollen so angeblich einminuetige Lo-Fi-Streifen sein, die man mit dem Handy drehen kann.
Das entspricht meiner Vermutung, dass hier das DIY-Prinzip irgendwie verbreiteter ist. Leider weniger in der politischen Dimension, aber mehr in der Tatsache, dass hier mehr Leute in Schaffensprozesse involviert sind (oder dies zumindestens haeufiger probiert wird).
Zum Beispiel gibt es hier scheinbar diese grosze Masse an kleinen Lokal-Bands, die auch ihre Konzerte zum Teil selbst organisieren. Zum andern Teil tun das kleine Konzertgruppen, die aber (so mein bisheriger Eindruck) nicht so stark an bestimmte Laeden gekoppelt sind wie ich es gewohnt bin. Viele Laeden hier bieten an, dass man sie fuer Veranstaltungen zu geringen Kosten mieten kann. Ich meine, das geht fast ueberall, aber hier faellt es mir mehr auf, bzw. diese Moeglichkeit wird scheinbar mehr praesentiert. Und dabei ist es ja nicht so, dass Edinburgh dafuer bekannt waere staendig neue Stars an den Pophimmel zu spucken & Hypes zu produzieren, es also irgendne andere Motivation geben muss.
Naja, ein Effekt von diesem DIY-Ding war, dass die Filme, die ich mir am Montag angesehen hab, teilweise nicht gut waren (zu mindest von der Story her) oder, dass sie nicht wirklich etwas Neues gezeigt haben. Aber genauso wie die vielen Konzerte von mauen Lokalbands, zeigt dies nicht nur, dass das DIY-Prinzip die durchschnittliche Qualitaet senken kann, sondern stellt dies vor allem eine Stufe zum Erfahrungen-machen dar. Das Positive daran ist, dass Sachen die echt gut sind fuer mich noch mehr gewinnen, wenn sie a) aus der Masse heraus stechen und b) ich selbst evtl. schon mal versucht hab auf diesem Gebiet was zu machen. Was weisz ich obs irgendwen interessiert was ich von der schottischen DIY-Kultur halte, aber mein phasenweiser, punk-gepraegter Idealismus auf diesem Gebiet bekommt hier einfach andere, moegliche Auspraegungen gezeigt, und ich mach mir da Gedanken drueber.
Weiter:
Hab mittlerweile auch meine erste komplette Schicht im Oxfam-Shop hinter mir. War okay, eher locker, Kaffee trinken, Platten hoeren und gucken und so. Ab jetzt 2x die Woche, einmal morgens und einmal nachmittags. Aetzend ist nur, dass ich das relevante Vokabular erstmal draufkriegen muss...
Heute: Regen & Aufraeumen. Abends: Party bei Lydia, dummerweise am anderen Ende der Stadt.
9.9.05 16:33


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